Burnout bei Lehrern: Wie wirkt es sich auf die Schüler aus?

The Guardian veröffentlichte am 31. März diesen Jahres einen Artikel über die Gründe für den vorzeitigen Austritt von Lehrern aus dem Schuldienst. Vier von zehn Lehrern sollen ihren Beruf noch vor Abschluss des ersten Lehrjahres an den Nagel hängen. Die Gründe dafür wurden bereits 2010 im Rahmen der ATL Konferenz in Liverpool bekanntgegeben. Dazu zählen ein erhöhter Stresspegel und geringe Wertschätzung, die Lehrer in den Burnout treiben sollen.
Hierzulande sind die Diskussionen über die Entlastung der Lehrer zwischenzeitlich verstummt. Der Grund dafür ist das Unverständnis der Bevölkerung. Wie kann ein Lehrer Burnout-gefährdet sein, wenn er doch mehr als zehn Wochen “Urlaub” hat im Jahr?

    Burnout ist ein Zustand emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und verringerter Leistungsfähigkeit, welcher sehr häufig in medizinischen und sozialen Berufen auftritt (Maslach et al, 2001). Wichtig bei der Diagnose, ist die Betrachtung aller drei Dimensionen: (1) Erschöpfung, (2) Zynismus, und (3) Ineffizienz. Die Möglichkeit, dass Lehrer in diesem Zustand negativ auf die Schüler einwirken können, alleine ist bereits Gegenstand vieler Forschungen.

        Shen et al. (2015) haben sich ebenfalls in ihrer jüngsten Studie, diesem Thema gestellt. Die 1.451 Teilnehmer der Studie waren durchschnittlich 15,9 Jahre alt und zu 52 Prozent Mädchen. Ihre Lehrer verfügten über eine 8-30jährige Lehrerfahrung. Das Ziel der Studie ist, die Beziehung zwischen dem Burnout bei Lehrern und den Einfluss dieses Zustandes auf die Motivation von Schülern zu untersuchen. Die negative Beziehung, die durch die Studie bestätigt wurde, bringt zwei unterschiedliche Einflussarten hervor.
        Der erste Einfluss entsteht durch die emotionale Erschöpfung, welche zu Ungeduld gegenüber den Schülern führen kann. Aufgrund dieses Zustandes, sind Lehrer entmutigt ihre eigenen Werte und Methoden weiter zu vertreten. Der zweite Einfluss ist die fehlende Eigenmotivation, die den Schülern vorgelebt wird. Ein Zustand, welcher die nächste Generation an Dienstnehmern nachhaltig prägen kann.
        Die Depersonalisierung kann zusätzlich zum Ignorieren der individuellen Stärken der Schüler führen (McCarthy et al, 2006). Dieses ist ein Beispiel dafür, dass die drei Dimensionen, welche die Facetten des Burnouts ausmachen, komplett unterschiedliche Schwierigkeiten bei den Schülern auslösen können. Von emotionalem Druck durch die Ungeduld, die demotivierte Haltung dem Job gegenüber oder auch die Herabsetzung der eigenen Stärken und Fähigkeiten sind unerwünschte Effekte, die aus der Lehrer-Schüler-Beziehung entstehen können.
    Carson et al. (2011) hat bereits mehrmals vorgeschlagen, den Lehrern verpflichtend die Möglichkeit für interne Intervision zu bieten und eine regelmäßige Supervision vorzuschreiben, wie es bereits in anderen medizinischen und sozialen Berufen gemacht wurde. Dieses wäre inzwischen nicht nur wünschenswert, sondern auch angebracht.

 

Carson, R., Plemmons, S., Templin, T., & Weiss, H. (2011). “You are who you are:” A mixed method study of affectivity and emotional regulation in curbing teacher burnout. In G.S. Gates et al. (Eds.), Research on and coping in education: Vol.6 Personality, stress and coping: Implications for education (pp. 239-265). Charlotte, Information Age.

Maslach, C., Schaufeli, W., & Leiter, M. (2001). Job burnout. Annual Review of Psychology, 53, 397-422.

Shen, B., McCaughtry, N., Martin, J., Garn, A., Kulik, N., & Fahlman, M (2015). The relationship between teacher burnout and student motivation. British Journal of Educational Psychology, 85, 519-531.

McCarthy, C., Kissen, D., Yadley, L., Wood, T., Lambert, R. (2006). Relationship of teacher’s preventive coping resources to burnout symptoms. In R., G. Lambert & C.J. McCarthy (Eds.), Understanding teacher stress in an age of accountability (pp. 179-213). Greenwich, Information Age.